Erasmus Baumgartinger, 1748–1811?> (63 Jahre alt)
- Name
- Erasmus /Baumgartinger/
- Vornamen
- Erasmus
- Nachname
- Baumgartinger
Geburt
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Religion: rk. |
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Beruf
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Uhrmacher
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Beruf
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Bildhauer
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Tod
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Religion: rk. |
Notiz
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<Trauzeuge>am 29.04.1800 bei Gazner, Leonhard und Beek, Maria Anna am 23.11.1802 bei Zieger, Anton und Zieger, geb. Tschall, Maria Barbara
Der Mergentheimer war seinerzeit ein weithin bekannter Kunsthandwerker mit vielseitiger Begabung. Johann Erasmus erlernte, wie seine Vorfahren, das Uhrmacherhandwerk. Während seiner Gesellenzeit unternahm er ausgedehnte Reisen und lernte dabei die französische Sprache kennen. Er erwarb am 20. Dezember 1776 das Bürger- und Uhrmachermeisterrecht. In der Anfertigung seiner Uhren erlangte er, ein über das übliche Maß hinausgehende Geschick, so dass seine Produkte bis nach Ungarn, Böhmen, Russland und Schweden verkauft wurden. "Johann Erasmus Baumgartinger spezialisierte sich auf die Herstellung von Stock- beziehungsweise Tischuhren, die in relativ großer Zahl und in den verschiedensten Ausführungen erhalten sind", dies schrieb Jonathan Franks in der Zeitschrift Klassik Uhren 2008. Die Uhren wurden signiert und erhielten eine Nummer. Deshalb kann man heute in Museen noch Uhren von Johann Erasmus Baumgartinger bewundern. So zum Beispiel im Deutschordensmuseum Mergentheim und im Mainfränkischen Museum Würzburg. Auch als Lehrmeister war er bei vielen angesehenen Bürgern sehr beliebt. Außerhalb seines Handwerks beschäftigte er sich intensiv mit der Verbesserung des Weinbaus. Er führte für das hiesige Klima besser geeignete Rebsorten und das Räuchern der Weinberge ein, um das Erfrieren bei spätem Frost im Mai zu verhindern. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass er auch die Verwaltung der St.-Urbans-Pflege, die Zunft der Weinbauern und Häcker übernahm. In deren Journal verzeichnete er den Ursprung und die Geschichte dieser Zunft. Des Weiteren war er Ehrenmitglied der Weinbaugesellschaft von Meißen. Außerdem beschäftigte er sich mit landwirtschaftlichen Fragen und dem Obstbau. Der Hochmeister des Deutschen Orden erlaubte ihm, in Anerkennung seiner Kenntnisse in der Landwirtschaft, die Ehrenmitgliedschaft in der Märkisch-Oekonomischen Gesellschaft Potsdam. Er untersuchte die Verwendung von Kastanien als Viehfutter und war damit erfolgreich. Johann Erasmus Baumgartinger hatte dies schriftlich dargelegt und der Gesellschaft unterbreitet. 1789 wurde er Beisitzer im Stadtgericht und 1805 Stadtkassierer. Unter dem württembergischen König wurde er zum zweiten Bürgermeister von Mergentheim ernannt. Johann Erasmus Baumgartinger genoss ein hohes Ansehen und ein allseitiges Vertrauen unter den Bürgern von Mergentheim. Aus diesem Grund wurde er immer wieder zum Pfleger von Stiftungen gewählt. Er war verheiratet mit Maria Juliana geb. Zieger und hatte zwei Kinder und starb am 24. Juni 1811 im Alter von 63 Jahren. |
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